Michael Rudolph

CEO

Das EU-Register für digitale Produktpässe steht bevor

Die Europäische Kommission hat einen Entwurf für eine Durchführungsverordnung zum EU-Register für digitale Produktpässe (DPP) veröffentlicht, was einen wichtigen Meilenstein bei der europaweiten Einführung digitaler Produktpässe darstellt.

Wichtig: Die Verordnung ist derzeit ein Entwurf und wurde von der Europäischen Kommission noch nicht offiziell verabschiedet. Nach dem aktuellen Zeitplan ist die Veröffentlichung für den 19. Juli 2026 geplant, wobei sich die Details bis zur Veröffentlichung der endgültigen Fassung noch ändern können.

Was ist das EU-DPP-Register?

Das Register wird als zentrales europäisches System für die Registrierung digitaler Produktpässe dienen. Während die Passdaten weiterhin bei den DPP-Dienstleistern gehostet werden können, wird das Register wichtige Registrierungsinformationen, eindeutige Identifikatoren und Verifizierungsdatensätze speichern und verwalten.

Ziel ist es, Vertrauen, Interoperabilität und die Einhaltung der Vorschriften im gesamten europäischen Binnenmarkt sicherzustellen.

Was ändert sich für Hersteller?

Unternehmen, die den DPP-Anforderungen unterliegen, müssen:

  • Digitale Produktpässe im EU-Register registrieren
  • Ihre Identität vor der Erstellung von Registrierungen verifizieren
  • Genaue und aktuelle Passdaten pflegen
  • Die Rückverfolgbarkeit durch Registrierungen auf Modell-, Chargen- oder Artikelebene unterstützen
  • Gemeinsame EU-Datenmodelle und semantische Standards einhalten

Das Register wird sowohl über eine Webschnittstelle als auch über APIs zugänglich sein, was eine automatisierte Integration in bestehende Geschäftssysteme ermöglicht.

Ein starker Fokus auf Verifizierung und Datenqualität

Der Verordnungsentwurf sieht ein Verifizierungsverfahren für Wirtschaftsakteure und andere Akteure der Wertschöpfungskette vor. Nur verifizierte Organisationen werden in der Lage sein, digitale Produktpässe zu registrieren und zu aktualisieren.

Die Europäische Kommission wird zudem die Registrierungen der Pässe automatisch validieren, um sicherzustellen, dass die erforderlichen Daten vollständig und korrekt strukturiert sind und den geltenden Rechtsvorschriften entsprechen.

Warum Unternehmen sich schon jetzt vorbereiten sollten

Auch wenn das Register noch nicht in Betrieb ist, ist die Richtung klar: Digitale Produktpässe entwickeln sich vom regulatorischen Konzept zur praktischen Umsetzung.

Organisationen sollten mit folgenden Schritten beginnen:

  • Ermitteln, welche Produkte einen DPP erfordern
  • Organisieren und Verbessern der Produktdatenqualität
  • Planen der Integration zwischen internen Systemen und DPP-Plattformen
  • Etablieren von Governance- und Compliance-Prozessen
  • Auswählen einer DPP-Lösung, die zukünftige Anforderungen des EU-Registers unterstützt

Wie open-dpp helfen kann

Als Plattform für digitale Produktpässe unterstützt Open-DPP Unternehmen dabei, digitale Produktpässe im Einklang mit den sich weiterentwickelnden europäischen Vorschriften zu erstellen, zu verwalten und zu skalieren.

Da die bevorstehenden Anforderungen an das Register voraussichtlich ein wesentlicher Bestandteil der DPP-Compliance werden, sollten Unternehmen sicherstellen, dass die von ihnen gewählte Lösung Registrierungsworkflows, Interoperabilitätsstandards und zukünftige Integrationen mit der EU-Infrastruktur unterstützt.

Ausblick

Die Veröffentlichung des Entwurfs der Verordnung über das Register vermittelt den bislang klarsten Einblick in die Funktionsweise des künftigen Ökosystems des „Digital Product Passport“.

Auch wenn sich einige Details bis zur Veröffentlichung der endgültigen Verordnung noch ändern können, sind Unternehmen, die sich bereits heute darauf vorbereiten, am besten in der Lage, künftige Compliance-Anforderungen zu erfüllen und den umfassenden geschäftlichen Nutzen des „Digital Product Passport“ zu erschließen.

Quellenangaben

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